Die Entscheidungsträger in Unternehmen werden Schwerpunkte verändern müssen. Die traditionellen Bereiche des Marketings (Produkt, Preis, Distribution und Kommunikation), werden von den Auswirkungen der Pandemie wie folgt beeinflusst:
Online einkaufen gewinnt noch stärker an Bedeutung
Der Online-Handel boomt und es ist kein Ende in Sicht. So stieg in der Schweiz der Umsatz, der vom Versandhandel erzielt wurde, von ca. 10 Mrd. CHF im Jahr 2019 auf ca. 16 Mrd. CHF im Jahr 2020. Für das Jahr 2021 wird eine weitere Steigerung auf über 25 Mrd. CHF erwartet. Ähnliche Steigerungsraten haben wir in den meisten anderen Ländern Europas zu verzeichnen.
Die Schlussfolgerung für die Marketing- und Produktmanager in den Unternehmen sollte es sein, «omnichannel»-Leistungen anzubieten, d. h., digitale, analoge und physische Kanäle für die Interaktion mit den Kunden zu nutzen. Bei der Vermarktung von Pflanzen und gärtnerischen Dienstleistungen stehen wir hier erst am Anfang und es gibt noch viel zu tun.

Nachlassende Markentreue
Untersuchungen aus den USA haben ergeben, dass in der Zeit von Corona viel mehr Konsumenten als üblich zwischen Marken hin und her wechseln. Darüber hinaus gehören nun auch Eigenmarken stärker zum Shopping-Repertoire. Die Grüne Branche kennt nur wenige Konsumentenmarken im Bereich des Gartenzubehörs und so gut wie keine Marken im Bereich Pflanzen. Insofern ist dieser Einfluss des Konsumentenverhaltens begrenzt.

Nachhaltigkeit und lokale Beschaffung
Wiederverwendbare Verpackungen gewinnen an Bedeutung. Ressourcenschonende Ausgangsmaterialien für Produkte sind der Wunsch der meisten Verbraucher. Lokale Produkte werden bevorzugt. Viele Grossverteiler folgen diesen Trends seit einigen Jahren und bieten z.B. nicht einfach Kartoffeln an, sondern versehen die Verpackung mit dem Bild eines «tatsächlich existierenden» Landwirts und verbinden ihn mit der Region. Nach ersten Untersuchungen verstärkt Corona diesen Trend. Gartenbaubetriebe und Gartencenter profitieren von dieser Entwicklung, da Konsumenten diesen Betrieben einen hohen Anteil an lokalen Produkten zuschreiben.

Vertrauen schaffen
Corona fördert oftmals die Vereinsamung – auch die digitale Technik kann dies nicht verhindern. Unternehmen sollten deswegen in ihrer Kommunikation darauf achten, dass sie ihre Kunden als Individuen wahrnehmen und nicht als «crowd». Die Angebote sollten deswegen zu den Werten der Kunden passen. Dadurch wird eine Vertrauensbasis geschaffen, die langfristig Bindung schafft – entweder zur Marke oder zum Unternehmen. In Gartencentern und gartenbaulichen Produktionsbetrieben ist dieses Vertrauen seit jeher ein wichtiger Baustein des Erfolgs.

Gerne sprechen wir persönlich mit Ihnen über Möglichkeiten, wie Ihr Marketing sich weiterentwickeln kann und wie es gelingt, die genannten Trends zu nutzen.